Der blaue Himmel ist zerschunden,
Regenwolken steh´n an seinem Fleck.
Die Leichtheit der Tage verschwunden,
Du blauer Himmel – bleib doch weg!
Oh wie sehn´ ich dich herbei, du dunkle Nacht,
Ohne Mond und Sterne, nur die finst´re Pracht.
Der blaue Himmel ist zerschunden,
Regenwolken steh´n an seinem Fleck.
Die Leichtheit der Tage verschwunden,
Du blauer Himmel – bleib doch weg!
Oh wie sehn´ ich dich herbei, du dunkle Nacht,
Ohne Mond und Sterne, nur die finst´re Pracht.
→ 2 KommentareTags: Auf Arbeit · Gedichte · Literatur
Seit fast einer Woche Schneefall der erste Sonnenschein. Der nächste Flockenwirbel soll erst Freitag wieder vom Himmel herabfallen. Melden die Meteorologen, welche sich in letzter Zeit nie irrten.
Konnte ich noch vor gut anderthalb Wochen – während einer kurzen Tauperiode (die war Cancún und der 2-Grad-Marke geschuldet) – eine Amsel beim Bade in einer Wasserlache beobachten, so ist jetzt die Landschaft in einem Schneemeer versunken. Selbst die Eichelhäher
(im Bild vergreift er sich an einem Meisenknödel) nehmen das Futterangebot auf der Terrasse wahr und teilen mit den anderen Vögeln. Die Straßenbahnen haben schon kapituliert und blieben im Depot. Vereinzelt noch Busse auf den Straßen, welche aber nicht mehr jede Haltestelle bedienen; zu groß sind die Höhenunterschiede, die es zu überwinden gilt, will man vom Bürgersteig auf die Straße treten. Ein Heizkraftwerk bekam anscheinend die falschen Geschenke und meldete sich kurzerhand in die Weihnachtsferien ab – ein Stadtteil ohne Heizung, zumindest für einen dreiviertel Tag. Die Schneeschippen sind längst ausverkauft, eventuell Ende dieser Woche wird mit Nachschub gerechnet. Vereinzelt gibt es noch Restexemplare zu Wucherpreisen, wie an einem Imbiss: Der Inhaber verkauft das Stück zu zwanzig Euro. Aber vielleicht sind es ja Designerschippen, die den Aufpreis rechtfertigen.
Nachteilig wirkt sich das Wetter auch auf das Miteinander aus, da der Jahreswechsel ansteht. Wünscht man seinem Gegenüber den obligatorischen Gruß „Guten Rutsch“, bekommt man kein freundliches Lächeln und ein „Gleichfalls“ zurück, sondern Beschimpfungen und böse Blicke.
Also wünsche ich euch einen schönen Übergang ins neue Jahr.
→ 4 KommentareTags: Allgemein · Tierwelt · Wetter · Zwickau
Liebe Frau Holle, viele sind der Meinung, der Plan für das Ausschütteln der Betten ist erfüllt. Wenn nicht gar schon übererfüllt. Setzen Sie sich mit der Goldmarie an den warmen Ofen, essen Plätzchen und erfreuen sich an der Winterlandschaft. In der Zwischenzeit wird die Pechmarie ihre Aufgabe übernehmen.
→ 1 KommentarTags: Allgemein · Wetter
Ich vermute, die Küche war gut eingeheizt, der Tisch freigeräumt von unnötigem Ballast, außer dem Adventsgesteck mit zwei leuchtenden Kerzen. Aus dem Radio leise Weihnachtsweisen. Schneeflocken klopfen leise an das Fenster, zwei Rehe inspizieren den verschneiten Garten.
Die Zutaten sorgsam bereitgelegt, kleine und große Förmchen mit den verschiedensten Motiven. Letzten Montag, dafür hatte sie extra einen Tag Urlaub genommen, buk meine Kollegin
Plätzchen. Mit einem Teil davon wollten wir uns dann die restliche Arbeitswoche versüßen, zum Fünfzehnuhrkaffee, dazu ein qualmendes Räuchermännlein – noch dürfen sie im Büro rauchen, müssen nicht an die dafür vorgesehenen Inseln getragen werden.
Allein die restliche Urlaubsplanung verdarb uns die Nascherei. Ab Dienstag musste ich dann zuhause bleiben, um den Resturlaub noch abzubauen. In einer E-Mail bat ich sie dann, bis Freitag ein paar Leckereien aufzuheben, da ich diesen Tag wieder arbeiten müsse und kurz vor drei Kaffee kochen wöllte .
Doch am Mittwoch, oder war es Donnerstag, klingelte am frühen Nachmittag ein freundlicher Paketbote und brachte ein Päckchen. Empfänger: ich. Absender: Steinpleiser Weihnachtsbäckerei. DHL fährt Plätzchen aus.
Auf diese Weise ganz liebe Grüße in die Weihnachtsbackstube und vielen Dank.
→ 3 KommentareTags: Allgemein · Auf Arbeit · Essen und Trinken
Beide sind in fast dem gleichen Alter, sie ist wohl ein oder zwei Jahre jünger. Keine Kratzer, Falten, Ähnliches, was zu kosmetischen Reparaturorgien führen könnte. Ja, gut, zugegeben, sie ist rund. Na und? Das sind sie ja alle. Zumindest sind alle zwei gut aufgelegt.
Ich, weil ich mich freue, endlich wieder einen Schallplattenspieler mein Eigen zu nennen und die über vierzig Jahre alte American Folk Blues Festival Schallplatte, welche sich munter auf dem Plattenteller dreht. Analogmusik. Leises Knistern zwischen den Liedern. Und ein schon längst vergessener Klang. Der alte
Spieler hatte schon vor langer Zeit aufgehört, sich zu drehen. Und weil das mit den CDs halt so bequem ist – Fernbedienung und dergleichen, stand die Plattensammlung ungehört im Schrank. Durch Umzüge und andere Irrungen und Wirrungen ist die Anzahl wohl auf gut fünfzig LPs zusammengeschmolzen, aber diese dürfen sich jetzt wieder drehen.
→ Keine KommentareTags: Allgemein · Kultur · Medien
Ich muss der Bundeskanzlerin beipflichten. Um die Wirtschaft – in Wahrheit meint sie die oberen Köpfe der Unternehmen – zu stärken, gibt es keine andere Alternative zur derzeitigen Regierung. Schwarz-Grün oder Jamaika seien Hirngespinste, sagte sie auf dem CDU-Parteitag.
Tja, es hat sich lange nichts geändert, denn 1919 schrieb schon Kurt Tucholsky in der Weltbühne:
Politik kann man in diesem Lande definieren als die Durchsetzung wirtschaftlicher Zwecke mit Hilfe der Gesetzgebung.
→ 4 KommentareTags: Allgemein · Politik · Zitate
Die Asche des Vulkans mit dem isländischen Namen war nicht schuld. Wahrscheinlich Materialermüdung, mutmaßt der Fachmann; gibt sich dabei wissend – Laien vermuten nur, er weiß. Welches Material genau vor Müdigkeit selig einschlummerte, ergibt dann eine genaue Untersuchung.
Nachts. Lautes Motorengeräusch, Stahl knirscht auf Stahl. Die Turbo-Prop-Maschine legt eine Notlandung hin. Ich springe aus dem Bett und renne in die Richtung des Ohren betäubenden Lärmes. Die gute Nachricht ist, das Flugzeug steht nicht in der Küche – die schlechte: der Lüfter, respektive der innen liegende Propeller des Gefrierschrankes entwickelte ein Eigenleben und hält sich für ein Triebwerk.
→ 5 KommentareTags: Allgemein
Meine tägliche Presseschau ließ mich heute über folgende Aschekübel Schlagzeile stolpern: „Vulkanasche kann den Pfingstflugverkehr einschränken.“ Na prima! Nicht dass ich vorhabe, an den Pfingstfeiertagen ein Flugzeug zu besteigen. Doch das Ganze dann kurz nach der „kleinen“ Bundestagswahl in NRW. Wie das zusammenpasst? Jeder dachte, ja, die Wahl ist vorbei, und nun fangen die Regierungsparteien an mit ihrer eigentlichen Aufgabe: dem Regieren. Jetzt haben wir ja zwei Parteien in der Koalition, welche mit einem C beginnen. Also dem Papst, Bischof (ist er es noch?) Mixa, und anderen Kirchenvertretern nahe stehen. Und Pfingsten soll dann nun der Heilige Geist über diese Regierung kommen. Kommt er aber nich! Steht eine dunkle Wolke zwischen. Bei manchen denke ich, die haben ja nicht mal normalen Geist, geschweige denn den Heiligen.
Kann man aus einer leeren Rotweinflasche auch einen Geist entweichen lassen, oder geht das nur mit höher prozentigem Alkohol? Ansonsten würde ich die leeren Flaschen dann immer in das hessische Ministerium schicken. Tja, vergelts Gott, Herr Koch.
→ 3 KommentareTags: Allgemein · Politik
Der Worte gibt es viele, die sich für die Spanne sagen lassen, welche den letzten Eintrag bis heute umfasst. Nie wollte ich mich ohne ein Abschiedswort durch eine Hintertür des Blogs fortschleichen. Ein Ende sollte es auch nie geben. Nennen wir es einfach Pause, Auszeit, Zeit des Nicht-Schreibens. Nehmen wir einfach an, eine Brockenhexe hat Stift, Papier, Tastatur versteckt und heute wieder hervor gezaubert. Oder, um sinngemäß mit den Worten Mark Twains zu schreiben: Falls euch die Blogeinträge nicht erreicht haben (sagen wir die Briefe sind verloren gegangen), betrachtet sie einfach als geschrieben. Ich wage einen Neuanfang. Ja. Leicht fällt es ja einem, da ihr mich doch noch nicht vergessen habt. Was die Kommentare beweisen.
→ 4 KommentareTags: Allgemein
Ein kleines Exzerpt aus den Reisebildern Heinrich Heines, namentlich aus der Harzreise. Da wir unsere Zeit anders einteilen müssen, als der Dichter es tat, wird der anstehende Ausflug kürzer ausfallen. Doch wenigstens den Abstieg vom Brocken, so wie Heine ihn ging, werde ich keinesfalls versäumen:
… Je tiefer wir hinabstiegen, desto lieblicher rauschte das unterirdische Gewässer, nur hier und da, unter Gestein und Gestrippe, blinkte es hervor und schien heimlich zu lauschen, ob es ans Licht treten dürfe, und endlich kam eine kleine Welle entschlossen hervorgesprungen. Nun zeigt sich die gewöhnliche Erscheinung: ein Kühner macht den Anfang, und der große Troß der Zagenden wird plötzlich, zu seinem eigenen Erstaunen, von Mut ergriffen und eilt, sich mit jenem ersten zu vereinigen. Eine Menge anderer Quellen hüpften jetzt hastig aus ihrem Versteck, verbanden sich mit der zuerst hervorgesprungenen, und bald bildeten sie zusammen ein schon bedeutendes Bächlein, das in unzähligen Wasserfällen und in wunderlichen Windungen das Bergtal hinabrauscht. Das ist nun die Ilse, die liebliche, süße Ilse. …
… Es ist unbeschreibbar, mit welcher Fröhlichkeit, Naivetät und Anmut die Ilse sich hinunterstürzt über die abenteuerlich gebildeten Felsstücke, die sie in ihrem Laufe findet, so daß das Wasser hier wild emporzischt oder schäumend überläuft, dort aus allerlei Steinspalten, wie aus tollen Gießkannen, in reinen Bögen sich ergießt und unten wieder über die kleinen Steine hintrippelt, wie ein munteres Mädchen. Ja, die Sage ist wahr, die Ilse ist eine Prinzessin, die lachend und blühend den Berg hinabläuft. Wie blinkt im Sonnenschein ihr weißes Schaumgewand! Wie flattern im Winde ihre silbernen Busenbänder! Wie funkeln und blitzen ihre Diamanten! Die hohen Buchen stehen dabei gleich ernsten Vätern, die verstohlen lächelnd dem Mutwillen des lieblichen Kindes zusehen; die weißen Birken bewegen sich tantenhaft vergnügt und doch zugleich ängstlich über die gewagten Sprünge; der stolze Eichbaum schaut drein wie ein verdrießlicher Oheim, der das schöne Wetter bezahlen soll; die Vögelein in den Lüften jubeln ihren Beifall, die Blumen am Ufer flüstern zärtlich: »Oh, nimm uns mit, nimm uns mit, lieb Schwesterchen!« – aber das lustige Mädchen springt unaufhaltsam weiter, und plötzlich ergreift sie den träumenden Dichter, und es strömt auf mich herab ein Blumenregen von klingenden Strahlen und strahlenden Klängen, und die Sinne vergehen mir vor lauter Herrlichkeit, und ich höre nur noch die flötensüße Stimme …
aus Heinrich Heine: Harzreise
→ 12 KommentareTags: Allgemein · Literatur